Leistungen

Ulrike Haase-Mülleneisen

Leistungen

Eine Grundlage für die Baugenehmigung ist der Nachweise zur Barrierefreiheit. Dieser Nachweis wird in den Bundesländern sehr unterschiedlich gehandhabt: von einem Kreuz in einem Formblatt (Barrierefreiheit bedacht) bis zu kleineren Konzepten, gehen die Bauaufsichtsbehörden mittlerweile dazu über separate Erläuterungsberichte oder Barrierefrei-Konzepte zu fordern. Es ist jedoch nicht klar geregelt, in welcher Form und mit welchem Inhalt diese Dokumente zu fertigen sind. Somit ist die Qualität schlecht vergleich- und prüfbar.

In NRW ist in der Bauprüfverordnung (§9a) formuliert, welche Aussagen das Barrierefrei-Konzepte beinhaltet und für welche Objekte es erstellt werden muss. Verpflichtend ist ein Barrierefrei-Konzept bei allen neu zu errichtenden öffentlich zugänglichen Gebäuden (§49 Abs.2 BauO NRW 2018) und großen Sonderbauten (§50BauO NRW).

Barrierefrei-Konzept

Das Barrierefrei-Konzept ist eine ganzheitliche Betrachtung des barrierefreien Bauens mit jeweiligem Objektbezug. Es ist der rote Faden durch den Planungsprozess. Hier werden die rechtlichen Anforderungen der Barrierefreiheit berücksichtigt.

Die Barrierefreiheit ist verankert in den jeweiligen Landesbauordnungen, Sonderbauverordnungen, Arbeitsstättenverordnungen, den dazu gehörigen Technischen Baubestimmungen, den Technischen Regeln der Arbeitsstätten und den allgemein anerkannten Regeln der Technik, der Normenreihe DIN 18040 1-3 sowie weiteren Verweisnormen und Richtlinien.

Somit ist das Barrierefrei-Konzept ein prüffähiger Nachweis für die Barrierefreiheit. Es besteht aus einem schriftlichen Erläuterungsbericht und speziellen Planteilen, in denen die Maßnahmen veranschaulicht werden. Die nachweisbaren Anforderungen hat der Gesetzgeber in der DIN 18040 1-3 formuliert, damit das komplexe Thema Barrierefreiheit dargestellt werden kann und prüfbar ist.

Textteil

Im Textteil wird die Barrierefreiheit eines Gebäudes oder Außenraums ausführlich erläutert. Alle Beteiligten (Auftraggeber*innen und Bauherren wie Planer*innen, Fördermittelgeber und Bauaufsichtsämter) arbeiten mit derselben Grundlage. Hier werden für das betreffende Gebäude oder das Umfeld die Anforderungen aufgelistet. Lösungsvorschläge werden aufgezeigt. Und Schutzziele formuliert.

Planteil

Die Grundlage für den Barrierefrei-Plan ist der Entwurfsplan. Im Planteil
(M 1:100) werden mit Schraffuren und Piktogrammen die verschiedenen Anforderungen an die Barrierefreiheit nachvollziehbar dargestellt. Beispielsweise werden die Bewegungsflächen vor Türen und Aufzügen sowie Blindenleitsysteme eingezeichnet.